Dragseth

 

 

25 Jahre als Duo, dann als Quartett, in den zukünftigen 25 als Trio in Sachen Folksongs und -tunes der vorwiegend romantisch-melancholischen Art unterwegs. Eigenkompositionen in platt- und hochdeutscher Sprache wechseln sich ab mit Literatur-Vertonungen und Songs in anglo-amerikanischer Tradition. Darüber hinaus Projekte mit Kollegen in unterschiedlichen Stilrichtungen, wie 2004 eine Zusammenarbeit mit "Drones & Bellows", 2006 mit Frank Bosserts "Eureka", 2008 mit der "Backporch Stringband" und 2011 mit dem Kinder- und Jugendchor "Vocalino" in Lübeck.

Die CD "Stää un Stünn"

Kann es sein, dass Intimität nichts mit der Anzahl der Personen zu tun hat?

Manuel Knortz und Kalle Johannsen zucken mit den Achseln und schmunzeln: "Auf jeden Fall ist ,Stää un Stünn' (Ort und Stunde) unser bislang intimstes Album", bekennen die Gründungsväter von "Dragseth". Und das, obgleich sie nicht mehr zu zweit, sondern zu viert musizieren. Doch etwas anderes ist geblieben: "Wenn wir uns einmal wöchentlich mit Jens Jesse und Gerd Beliaeff treffen, wird zunächst gegessen, getrunken und geredet", berichtet Johannsen. "Da können schon mal zwei, drei Stunden ins Land gehen." Schönes Bild: Gedanken-Spaziergänge...

"Früher haben wir uns für unsere Alben immer Leute dazugeholt", erläutert Knortz. "Die gingen hinterher wieder. Aber die hier bleiben ja", sagt er lächelnd in Richtung Jesse und Beliaeff. Und das ist auch gut so, denn mit ihren spezifischen Stärken haben die beiden nicht nur das musikalische Repertoire der Band erweitert. "Diese Kontinuität hat eine gewisse Vertrautheit geschaffen. Eine Vertrautheit, die sich auch in ,Stää un Stünn' niederschlägt." Wie der Name schon sagt, geht es um das Hier und Jetzt, um die Magie des Augenblicks.

Manuel Knortz nimmt diesen Gedanken im Titelsong des Albums auf: "Eine romantische Szene im Garten", blickt er auf dessen Entstehung zurück. "Die Heroen deiner Kindheit sind wieder da, und plötzlich merkst du, dass dies alles von einer einzigen Person ausgeht, jenem Menschen, mit dem du da unter der Weide sitzt."

In diesem, aber auch in vielen Songs des Albums geht es um die Empfindung des Glücks - "in dem Moment, wo es da ist". Jeder der vier Musiker hat dazu auf seine Weise beigetragen. So schrieb Kalle Johannsen "Nachtleed" als Abschiedslied für seine sterbenskranke Mutter und ist glücklich, dass sie es vor ihrem Tod noch einmal gehört hat.

"Stää un Stünn" entwickelt diese besondere Intensität aber auch dort, wo sich "Dragseth" fremder Texte bedient. "Weil vieles von dem, was diese Lieder erzählen, auch uns passiert ist", erklärt Johannsen.

Dass es ein plattdeutsches Album werden würde, stand für die vier Musiker schon lange fest. Mehr als einmal hatten Knortz, Johannsen und Jesse dafür im Hausbuch niederdeutscher Lyrik geschmökert. Dort fanden sie auch einen Text, den die Ostholsteiner Lyrikerin Marie Harder in den 1920er-Jahren geschrieben hat und aus dem der Song "Du" hervorging. Und manchmal spielte sogar Kollege Zufall mit, zum Beispiel bei der Übersetzung eines Stücks von James Taylor, "das auf Hochdeutsch einfach nicht gelingen wollte, aber auf Platt war plötzlich alles ganz einfach".

Der Zauber, von dem die Musiker erfüllt waren, als sie die elf Perlen für "Stää un Stünn" schrieben und entwickelten, überträgt sich dann auch hautnah auf den Zuhörer. Kaum mehr zu hören, dass so ein Album - wie alle Kunst - nicht nur schön ist, sondern auch viel Arbeit macht, zumal Sönke "Kiki" Kirchner beim Abmischen alles gegeben hat. Es gibt Musiker, die finden Songs. Bei Dragseth hat man bisweilen den umgekehrten Eindruck.


Rüdiger Otto von Brocken,
Husumer Nachrichten

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Die nächsten Dragseth-Konzerte

 

Fr., 22. September, 20.00 Uhr
Vareler Waisenstift, Varel
anl. der Vareler Stormtage

Fr., 29. September, 19.00 Uhr
Kirche St. Marien, Husum
Benefizkonzert f.d. Diakonie Husum
mit Vorstellung der neuen CD „DRIFT“

Do., 12. Oktober, 20.000 Uhr
Weingeist, Kleiner Salon, Eutin

Sa., 16. Dezember, 20.00 Uhr
Leck-Huus, Leck
Weihnachtskonzert gem. mit „Voice-Time“